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Ein Blick hinter die Kulissen

Ein Blick hinter die Kulissen

Die Raumausstattung Gänz aus Waldeck am Edersee erwirtschaftet 60 bis 70 Prozent ihres Umsatzes im Objektbereich. Der Familienbetrieb mit sechs Mitarbeitern liegt im Einzugsgebiet der hessischen Kur- und Bäderlandschaft Bad Wildungen und Reinhardshausen. Im Gespräch mit der RZ äußert sich Raumausstatter-Meister Thorsten Gänz zu laufenden Projekten, der Zusammenarbeit mit den Schmitz-Werken und seiner Leidenschaft für den Beruf.


RZ: Wie gewinnen Sie Aufträge?
Thorsten Gänz: Oft kennen sich die Klinikbetreiber untereinander, sodass wir weiterempfohlen werden. Auch arbeiten wir für größere Klinikverbünde wie das Klinikum am Kurpark in Reinhardshausen. Da schließen sich dann Folgeaufträge an.

RZ: Wer plant diese Großprojekte?
Gänz:
Das ist ganz unterschiedlich. Viele Kliniken beauftragen Architekten, beim Interieur sind oft wir die ersten Ansprechpartner. Für die Planung und den Bau der Möbel sind Objekteure zuständig. Unsere Aufgabe ist es, Vorschläge für die Farbgestaltung, Vorhänge und Fußböden zu machen. Mit den Klinikleitungen besprechen wir die Musterzimmer und bemustern sie auch selbst.

RZ: Welche Kompetenzen sind notwendig?
Gänz:
Sie müssen in der Lage sein, schlüssige Konzepte bis ins letzte Detail zu erarbeiten. Wir legen Skizzen für den Vorhangbereich und die Möbel vor, präsentieren unseren Auftraggebern dazu die entsprechenden Stoffe, Farben, Tapeten und Bodenbelagsmuster. Oft ist es dann gar nicht mehr notwendig, Collagen zu erstellen.

RZ: Wie schultern Sie größere Projekte?
Gänz:
Gemeinsam mit Kollegen aus dem Raumausstatter- und Malerhandwerk, gerade beim Fußboden. Die großen Vorhangaufträge sind oft unkompliziert, die geben wir an Großnähereien ab.

RZ: In welchen Bereichen können Schwierigkeiten auftauchen?
Gänz:
Natürlich kann es vorkommen, dass ein Architekt nochmals ausschreiben muss und nach günstigeren Alternativen Ausschau hält. Wir geben Architekten oder Bauherren immer mehrere Komplettvorschläge an die Hand in unterschiedlichen Preiskategorien. Auch sind die von uns eingesetzten Produkte individuell auf das Projekt zugeschnitten. Bei der Klinik am Kurpark in Reinhardshausen etwa haben wir erstmals mit Digitaldruckstoffen gearbeitet.

RZ: Wie lief das Projekt ab?
Gänz:
Die Frau des Klinikbetreibers arbeitet als Designerin und liebt das Besondere. So sind wir auf das Thema Digitaldruck gekommen und haben gemeinsam Motive ausgesucht. An den Fenstern der Standardzimmer setzt sich ein Bild aus fünf Flächenvorhangbahnen zusammen. Wir mussten darauf achten, dass die Teile, die sich überlappen, absolut identisch sind und ein perfektes Bild ergeben. Da das unser erstes Digitaldruck-Projekt war, mussten wir grafisch noch etwas experimentieren. Es wurde aber dank unseres Lieferanten alles noch rechtzeitig fertig.

RZ: Kamen da die Schmitz-Werke ins Spiel?
Gänz:
Ja, und es hat hervorragend funktioniert. Die Zusammenarbeit mit den Ansprechpartnern bei drapilux macht sehr viel Spaß. Die Lieferzeiten sind extrem schnell, wir erhalten Objektkarten und Muster kostenlos, das ist im Objektbereich schon ein großes Plus. drapilux ist aber nur einer unserer Stofflieferanten. Es kommt immer darauf an, wie das Produktportfolio zum Auftrag passt.

RZ: Werden denn Zusatzfunktionen bei Stoffen nachgefragt?
Gänz:
Zusatzfunktionen liefern auf jeden Fall ein weiteres Argument, den Kunden zu überzeugen. Die Ausrüstung „bioaktiv“ konnten wir schon öfters ins Spiel bringen. Grundsätzlich geht es primär um die Farbgestaltung, um Dichte, Transparenzen oder Ähnliches.

RZ: Welche Verarbeitungslösungen entwickeln Sie?
Gänz:
Möglichst nicht nur Flächenvorhänge! Da gibt es durchaus speziellere Sachen, die uns Freude machen. So haben wir für ein Hotel Vorhänge aus einem bedruckten Velours mit großem Blumenmuster mit Kunstledereinlegern in einem Pinkton kombiniert.

RZ: Was sind Ihre Inspirationsquellen?
Gänz:
Sie können auf internationale Messen fahren und möglichst unterschiedliche Produktpaletten im Blick haben. Mich interessiert, was andere Gewerke können oder was sich im Bereich Licht tut. Im besten Fall verkaufe ich diese Dinge mit und suche mir Partner, die sie an die Wand bringen oder mir das gewünschte Möbelgestell bauen. Wir versuchen auf jeden Fall, ganzheitlich einzurichten.

RZ: Was gefällt Ihnen am meisten an Ihrem Beruf?
Gänz:
Mir gefällt es, dass wir mit jedem Kunden und Auftrag immer wieder bei Null anfangen. Wenn man Räume bis ins Details durchdenkt und sich auf den Kunden einlässt, kann man ihn glücklich machen, davon bin ich überzeugt. Jeder Mensch hat andere Wünsche – genau das ist es, was unseren Beruf so spannend macht.

RZ: Und was reizt Sie an Großprojekten?
Gänz:
Mit den großen Objekten können wir für uns werben. Unsere Arbeit in Kliniken und Hotels wird gesehen und von vielen Menschen beurteilt. Das ist großartig.

RZ: Vielen Dank für das Gespräch.

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